Ein schattiges Plätzchen



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Nachdem unsere vier Helden beim letzten Mal ihren ersten offiziellen Auftrag von den Schatten bekommen haben, erkundeten sie deren Hauptquartier und rüsteten sich mit einigen neuen Items aus. Nach Theos Einkauf bei den Alchemisten Kino und Kira riefen die beiden ihn plötzlich zurück. Auf seine Nachfrage, was denn los sei, antworteten sie beim letzten Mal noch nicht – dafür aber heute:

„Na ja, wir haben eine neue Waffe entwickelt und würden sie gerne von jemandem testen lassen. Dafür müsste dieser Jemand allerdings viel im Außeneinsatz tätig sein und kreativ denken können“, antwortet nun Kino auf Theos Frage. Interessiert dreht sich der Halbling um und spitzt die Ohren. Aus einem Schrank zieht Kira eine weitere Kiste hervor, die voll mit irgendwelchen Ballons und Glaskugeln ist. „Das ist unser fliegendes Inferno“, erklärt sie stolz. „Dabei handelt es sich um zwei Ballons, die jeweils eine große Glaskugel tragen können. Eine Glaskugel ist mit brennbarem Öl gefüllt, die zweite mit weißem Phosphor und Wasser. Außerdem verfügen die Ballons über eine zusätzlich montierte Zeitschaltuhr. So kann man sie über ein Ziel fliegen lassen und gezielt abwerfen. Der weiße Phosphor entzündet sich an der Luft von selbst und löst mithilfe des Öls einen Flächenbrand aus“, führt sie die Funktionsweise ihres Spielzeugs aus. Mit offenem Mund blickt Theo die beiden an und ist sichtlich fasziniert. „Ja klar, wir testen die Waffe super gerne!“, erklärt er sich sofort bereit. „Sehr gut“, freuen sich die Zwillinge und beginnen, die Bomben in zwei tragbare Ledertaschen umzupacken. Mit seinen Zaubertränken und den beiden Taschen bewaffnet verabschiedet sich Theo nun endgültig von Kino und Kira.

„Du hast ja einen richtigen Großeinkauf gemacht“, begrüßt Löwenzahn seinen kleinen Freund, als Theo die Schmiede erreicht. „Nix da, das ist ein neuer Auftrag“, antwortet Theo verheißungsvoll und erklärt den anderen, was Kino und Kira ihnen für die Mission mitgegeben haben. „Brandbomben? Voll geil!“, freut sich Kel und darf daher direkt die beiden Taschen in sein Inventar packen.

Um sich endgültig als Teil der Schatten zu fühlen, müssen sie natürlich einmal die hauseigene Bar auschecken. Sie schlendern durch ein paar kleine Felsgänge und an einigen Türen vorbei, bis sie schließlich in eine etwas größere Höhle gelangen. Auf der anderen Seite wartet eine etwas abgeranzte Holzbar auf sie. Wackelige Barhocker, verstaubte Flaschen und eine abgegriffene Theke wirken nicht besonders einladend. Der junge Barkeeper wirkt auf den ersten Blick sympathisch, doch die Tatsache, dass er ein dreckiges Glas mit einem vermutlich noch dreckigeren Lappen sauber zu machen versucht, lässt die vier an seiner Qualifikation zweifeln. Allerdings ist die Hoffnung auf Bier so stark, dass sie sich dennoch setzen.

„Ihr müsst die Neuen sein“, begrüßt der Barkeeper sie freundlich. Trotz seines fragwürdigen Hygienebewusstseins bezüglich der Gläser wirkt er selbst sehr gepflegt. Kurze schwarze Haare, ein sauber sitzender Schnauzer und ein weißes Hemd, das akkurat in einer von Hosenträgern gehaltenen grauen Hose verschwindet, verleihen der Szenerie einen beinahe unpassenden Hauch von Glamour. „Ja genau, das sind wir“, antwortet Löwenzahn und stellt sich und seine Freunde vor. „Dann herzlich willkommen bei uns. Kann ich euch etwas Gutes tun? Ich bin übrigens Fred“, ergänzt der Barkeeper. Überraschenderweise bestellen unsere Freunde keinen Cranberrysaft, sondern viermal das hauseigene Bier. Fred fischt vier Flaschen unter der Theke hervor und stellt sie den Vieren vor die Nase. Staub klebt am braunen Glas, und generell wirken die Flaschen, als hätten sie schon einiges erlebt. Nachdem sie ein paar skeptische Blicke gewechselt haben, greifen sie natürlich trotzdem zu und stoßen auf ihren neuen Status an. Tatsächlich schmeckt das Bier deutlich besser, als es aussieht, und spätestens der ultragünstige Preis überzeugt sie davon, eine weitere Runde zu bestellen. Dass es nicht die letzte bleibt, dürfte allerdings niemanden überraschen.

Nachdem sich unsere Helden also ordentlich die Lampen angeschossen haben, schlägt Aldric schließlich vor, langsam den noch ziemlich langen Weg zum Lager anzutreten. „Was meint ihr mit Lager?“, fragt Fred verdutzt. „Sicherlich könnt ihr auch hier in der Gilde ein paar Zimmer für die Nacht bekommen. Ich komme gleich wieder“, führt er aus und verschwindet aus der kleinen Höhle. Mit erhobenem Daumen kehrt er keine fünf Minuten später zurück. „Ihr habt alle ein kleines Zimmer, in dem ihr die Nacht bleiben könnt“, erklärt Fred. „Einfach hier vorne rechts den Gang runter, dann sind es die ersten vier Türen auf der linken Seite.“ „Wie geil!“, freut sich Theo und bestellt im selben Atemzug noch die nächste Runde.

Nach weiteren drei Runden ist für unsere Helden dann aber wirklich Schluss. Nacheinander wanken sie Schritt für Schritt in ihre heutigen Quartiere. Wie die Nacht wird und was der neue Tag bringt, erfahrt ihr im nächsten Blog von Arkanthia Pen and Paper.

Weltkarte Arkanthia.